Der symmetrische tonische Nackenreflex (STNR)

Der symmetrische tonische Nackenreflex - kurz STNR genannt - ist unter der Geburt präsent, schwächt ab und erscheint 6 - 9 Monate danach; er wird mit 9 - 11 Monaten gehemmt.

 

Auslöser: Heben und Senken des Kopfes

Ist der Kopf im Vierfüßlerstand angehoben, streckt sich die Körperoberseite mit Streckung der Arme und Beugung der Beine. Beugt sich jedoch der Kopf, so führt das zu einer Beugung der Arme und Streckung der Beine (Horizontale Teilung).


Der STNR bricht die Ganzkörperbewegung des TLR auf und verhilft zur Aufrichtung des Körpers in den Vierfüßlerstand, um die wichtige Krabbelphase einzuleiten.

 

Aufrichtung gegen die Schwerkraft.

Zur Hemmung schaukeln die Kinder im Vierfüßlerstand, bei bestehendem STNR krabbeln Kinder selten, sondern bewegen sich im "Bärengang", oder rutschen am Po oder ziehen sich (zu) früh zum Stand hoch und laufen.

 

"Durch das Krabbeln werden das vestibuläre, propriozeptive und das visuelle System miteinander verbunden und zum ersten Mal zum Zusammenspiel gebracht."

(Sally Goddard Blythe: Greifen und Begreifen S. 53)

 

Mögliche Symptome bei persistierenden STNR:

  • schlechte Haltung
  • Tendenz, beim Schreiben zusammenzusacken (Sitzen am Schreibtisch)
  • "W"- Beinhaltung beim Sitzen am Boden (Zwischenfersensitz)
  • schlechte Koordination zwischen Hände und Beine (Klecken beim Essen,"Tollpatsch")
  • langsames abschreiben
  • schwierigkeiten das Schwimmen zu erlernen, oder Kopf über Wasser zu halten (Kinder mit STNR schwimmen besser unter Wasser, wo die Schwerkraft reduziert ist)
  • kann die Aufmerksamkeit beeinträchtigen, weil die Beibehaltung einer Sitzposition anstrengend und unbehaglich ist.

(Sally Goddard Blythe: Greifen und Begreifen S. 55, 56)