Der Moro-Reflex

(unreifer Schreckreflex oder Angstreflex)

Der Moro-Reflex entsteht in der 9. - 12. Schwangerschaftswoche und ist bei der Geburt vollständig vorhanden; die sensorische Integration erfolgt im 2 . - 4. Monat. Der Moro-Reflex dient dem Überleben des hilflosen Neugeborenen, um bei plötzlichen Reizen schnell einzuatmen und zu schreien, um Schutz und Hilfe herbeizurufen.

 

Der Reflex zeigt sich in zwei Phasen:

  • Adduktion/Gegenreaktion: Schließen der Arme und Beine, Fausten der Hände, Ausatmung (Schrei)

 

  • Abduktion: plötzliches, gleichzeitiges Auseinanderstrecken von Arme und Beine, Öffnen der Hände mit Spreizung der Finger, Kopf übersteckt sich in den Nacken, Atem wird angehalten.

 


Auslöser sind unerwarteter Reize auf allen Sinnesebenen:

  • Vestibulär: plötzliche Lageveränderung, ruckartige Bewegung
  • Visuell: plötzlicher Lichteinfall
  • Auditiv: unerwartetes, lautes Geräusch
  • Taktil: plötzlicher Temperaturwechsel, unsanfte Berührung
  • Olfaktorisch: Einatmung von Schadstoffen

(Anja v. Velzen: Lern-und Verhaltensproblem bei Schulkindern, S. 12)

Anzeichen für "Moro-Kinder"

Das Kind ist immer in Alarm-Bereitschaft. Angst, Unruhe, Aufregung und hoher Anspannung sind bestimmend, eine Kampf-und Fluchtreaktion in Stresssituationen.

 

Aktivierung des sympathischen Nervensystems! Chronische Freisetzung von Adrenalin und Cortisol führen zu Schwächung des Immunsystems, Infektions-und Allergienbereitschaft als Folgeerscheinungen. Schneller Abfall des Blutzuckerspiegels bringt Heißhunger nach Süßem und Nachlassen der Konzentration.

Adrenalinausstoß hat weiters Auswirkung auf die Pupillenerweiterung und führt zu Lichtempfindlichkeit. Das hypersensible Kind entwickelt eine Art "Elefantengedächtnis", verliert jedoch die Zusammenhänge.

 

"Moro-Kinder fühlen sich am sichersten, wenn ihr Leben einer strengen Routine folgt. Sie vermeiden unvertraute Situationen und hüten sich vor Überraschungen. Ihre Vorausplanung kann irritierend sein".

(Anja v. Velzen: Lern-und Verhaltensproblem bei Schulkindern, S.14)

Weitere Anzeichen für "Moro-Kinder":

a) Körperliche Ebene:

b) Psychologische Ebene 

  • angespannte, nervöse-zappelige Bewegungen
  • Errötung der Haut und des Gesichts
  • Ansteigen des Blutdruckes
  • trockener Mund
  • Geruchs-, Lärm-, Licht-, Hitze- und Kälte-Empfindlichkeit

 

 

 

  • extrovertiertes Verhalten
  • Schwierigkeiten sich in andere zu versetzen
  • Schwierigkeiten, Zuneigung zu zeigen oder zu geben
  • Überreaktionen
  • eventuell Wutanfall oder Gefühlsausbruch
  • draufgängerisch
  • ADS/ ADHS
  • stellt hohe Ansprüche an sich

(Anja v. Velzen, Handbuch I, S. 52)

Gemeinsame Anzeichen für Furcht-Lähmungsreflex und Moro-Reflex sind:

  • geringes Selbstwertgefühl und geringe Selbstsicherheit
  • Unsicherheit
  • Allergien und Lebensmittelunverträglichkeit
  • HNO-Probleme
  • Hohe Reiz-und Störbarkeit
  • Stimmungsschwankungen
  • Gleichgewichtsprobleme
  • Koordinationsprobleme
  • Lärm-, Geräusch-, Licht-und Geruchsempfindlichkeit
  • leicht ablenkbar