Der asymmetrische tonische Nackenreflex (ATNR)

(Fechterstellung)

Der asymmetrische tonische Nackenreflex - kurz ATNR genannt - entsteht in der 18. Schwangerschaftswoche und ist vollständig entwickelt bei der Geburt. Hemmung 3. - 6. Lebensmonat

 

Auslöser: Kopfdrehung zu einer Seite mit gleichzeitigem Ausstrecken des Armes und Beines der selben Seite und Beugung von Arm und Bein der anderen Seite (Vertikale Teilung)

 

Er unterstützt den Geburtsprozess (um im Geburtskanal in Rotation zu kommen) und wird dadurch verstärkt. Er ist an der Entwicklung des Muskeltonus beteiligt und entwickelt die homolaterale (gleichseitige) Bewegung. Der ATNR Ermöglicht die freie Atmung in Bauchlage (Kopf zur Seite), fördert die frühe Augen-Hand-Koordination und ist die Grundlage für spätere Greif-und Streckbewegungen. Er ist mitverantwortlich für die Lateralisierung (Rechts-Linkshändigkeit), Ausprägung einer „dominanten Seite".

 


Mögliche Beeinträchtigung bei Persistenz:

  • Gleichgewichtsprobleme bei Kopfdrehung zur Seite
  • Kreuzmusterbewegungen (Kriechen, Krabbeln) erschwert bis unmöglich
  • Gleichgewichtsprobleme beim Laufen (instabil bei jeder Kopfdrehung)
  • Barriere beim Überkreuzen der vertikalen Mittellinie
  • Rechts-Links-Unterscheidungsprobleme
  • Horizontale Augenfolgebewegungen unzureichend (z. B. Zeilenverlust beim Lesen)
  • Wechselnde oder Kreuz-Lateralität bei Kindern ab 8 Jahren
  • visuelle Wahrnehmungsprobleme, insbesondere bei der Darstellung symmetrischer Figuren
  • Schwierigkeiten beim Überkreuzen der "Mittellinie"
  • unzureichende Ausbildung der Ohrdominanz
  • schlechte Schreib-und Rechtschreibfähigkeiten, Diskrepanz zwischen mündlichen und schriftlichem Ausdruck, massive Stressreaktion beim Verschriftlichen von Inhalten 

(Anja v. Velzen, Handbuch I, S.56)